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Leserbrief von Peter Lenzin, Altstätten

Autofreie Marktgasse, die halbe Wahrheit

Ich bin dem Stadtrat sehr dankbar, dass er sich zur Initiative «Autofreie Marktgasse» im orientierenden Sinne geäussert hat. Er schreibt, dass bei einer Annahme der Initiative auch andere Teile der Altstadt faktisch autofrei würden, denn die Einfahrt zur Engelgasse würde wegfallen, auch die Einfahrt zur Obergasse beim «Gantenbein» kann nicht mehr befahren werden. Die weitere Einfahrt zur Obergasse kann jeden Donnerstag wegen des Marktes nicht mehr befahren werden, da keine Ausfahrt über die Rabengasse/Marktgasse mehr möglich ist. Zudem ist der Donnerstag wegen des Marktes ein guter Einkaufstag, auch für auswärtige Besucher. Man muss also wissen, dass bei einem Ja zur Initiative viel mehr autofrei wird als nur die Marktgasse. Das ist die ganze Wahrheit, und die muss der Stimmbürger auch wissen.

Zum Vorwurf der Befürworter, dass Stadt und Geschäftsinhaber sich in dieser Angelegenheit nicht bewegen, meine ich: Die Marktgasse war bis vor Jahren beidseitig befahrbar, heute ist Einbahn und Tempo 20. Vergessen darf man auch nicht die teils beidseitig der Marktgasse gedeckten Laubengänge für Fussgänger. Zudem steht die Altstadt für sehr viele kulturelle und gesellschaftliche Anlässe allen interessierten Organisationen und Vereinen zur Verfügung, sogar autofrei.

Immer wieder melden sich Leserbriefschreiber der Befürworter, dass man sich bemühen sollte, dass mehr Geschäfte sich im Städtli ansiedeln. Meine Antwort dazu: Fragen sie all den vielen Geschäften, die sich laufend an der Peripherie von Altstätten Richtung Oberriet und Lüchingen ansiedeln, warum sie das tun. Die können den Kunden Parkplätze anbieten, genau das, was der Kunde will. Wer Erfolg haben will im Verkauf, der macht, was der Kunde wünscht.

Zum Kommentar des Chefredaktors über den «Umzug» am Thai-Festival an der Obergasse muss ich anfügen, dass die Geschäfte an der Obergasse nichts von diesem Anlass wussten, erst nachdem die Stadt am Samstagmorgen (zur besten Einkaufszeit) die Zufahrt zur Obergasse absperrte, hatten wir keine Kunden mehr.

Ein Befürworter für «Autofrei» schreibt, dass bei einer Annahme der Initiative kreative Köpfe für eine Marktgasse ohne Parkplätze sorgen werden. Da vertraue ich aber lieber auf uns Geschäftsleute, die seit Jahrzehnten mit viel Kreativität, aber auch mit Mut zu Risiko das gemacht haben, was Altstätten heute ist. Wenn heute nicht mehr alles rund läuft in den Läden, ist das kein Problem von Altstätten, sondern ein Problem, das man in Städten der ganzen Schweiz feststellt. Diese Probleme sind tiefgründiger, die löst man nicht mit «Autofrei».

Peter Lenzin

Vino Lenzin, Obergasse, Altstätten